Seeshaupter Rüssel-Regatta Int. 14

von Jürgen Bütow

seeshaupt2009.jpg

Plötzlich und unerwartet war es wieder Herbst, interessante Regatten standen an, und die Frau hat leider schon Termine auf dem Cannstatter Volksfest. Also kramte ich meine Liste mit potentiellen Mitseglern heraus und begab mich auf die Suche.
Armin Höchst hatte letztes Jahr beim Absegeln schon mal erwähnt, dass er sich vorstellen könnte, mit mir mitzusegeln, und tatsächlich hatte er noch Zeit und Lust. Damit wir nicht bei unserer ersten Regatta gleich übermüdet und abgekämpft an den Start gehen, entschieden wir, uns schon am Freitag um 18:00 zu treffen, um uns auf den Weg zu machen. Freitag Abend ist natürlich auch nicht der ideale Zeitpunkt, um gemütlich auf der A8 seine Zeit zu verbringen, aber wir waren um 22:00 incl. Pause am Segelclub in Seeshaupt.

Alte Bekannte trafen wir dann nach der Steuermannsbesprechung: Gerade waren Kevin und Uwe Reyle angekommen. Kevin segelt in einem 29’er mit seinem Klassenkameraden. Leider standen sie ca. 45 Min. bei Augsburg im Stau und hatten so genau den Stress, den wir vermeiden wollten. Da der Wind sich noch etwas Zeit ließ, konnten sie noch rechtzeitig ihr Boot aufbauen.

Gemeldet hatten schon neun Boote im Int. 14, und meine Hoffnung war, dass noch einer spontan dazukommt, womit wir dann 10 Int. 14 wären und somit diese Regatta in die Rangliste aufgenommen würde. Leider war dem nicht so, und wir waren acht Boote im Int. 14 und 21 Boote im 29’er ( twenty niner ) am Start.
Die erste Wettfahrt wurde dann um 12:45 angeschossen, und wir segelten dann bei 3 Bft mit ca. 5 Knoten am Wind und bis 10 Knoten raumschots ohne Kenterung mit. Der 6. Platz von 8 war schon mal nicht so schlecht. Durchatmen, was trinken und essen und weiter mit
der zweiten Wettfahrt. Auch im zweiten Lauf konnten wir mit konstanter Leistung und mit Unterlassung von Schwimmübungen unseren 6. Platz verteidigen. Wieder haben wir zwei Int.14 in unserem Kielwasser gelassen! Generell muß man noch hinzufügen, dass es wegen der hohen Anzahl von 29’er, die um uns herum segelten, nicht immer einfach war den besten Kurs zu wählen. Manchmal war es Glück, wenn man eine Lücke fand, um unter Gennaker mit ca. 6 Knoten Fahrt auf entgegengesetztem Bug unbeschadet aneinander vorbei zu kommen. Genau dies sollte mir dann beim 3. Lauf zum Verhängnis werden.
Grundsätzlich wurde ein Up and Down –Kurs gesegelt mit sehr kleinem Leegate. Im Leegate konnte man seinen neuen Kurs nicht mehr nach taktischen Gesichtspunkten wählen, sondern nur nach dem Motto „schnell wech“.

Auf unserem zweiten Raumschotkurs auf Steuerbordbug war klar, dass wir ausweichpflichtig waren und dass eine ganze Armada von 29’er auf Vorfahrtskurs unter Gennaker auf uns zukommt. Ich dachte, dass die 29’er etwas versetzt segelten, dem ersten konnten wir noch ausweichen, aber bei 6 Knoten kam der nächste schon zu schnell, um noch anluven zu können, um ihn passieren zu lassen. Nach 14 Jahren Int.14 Segeln habe ich meinen ersten Haftpflichtschaden produziert. Den Mast eines 29’er habe ich mit meiner Gennakerbaumspitze voll getroffen.
Kein Personenschaden, aber der Mast des 29’er hat eine bedenkliche Delle. Meinem Int.14, Arnim und mir ist nichts passiert. Damit war dieser Lauf dann erledigt und wir konnten abends, anstatt uns dem Hauptgang zu widmen, auf meine Protestverhandlung warten. Im offiziellen Bericht wird von mehreren Zusammenstößen berichtet, und die 29’er starteten ab der 2. Wettfahrt kontinuierlich unter Black Flag.

 Die 4. Wettfahrt am Samstag musste wegen wenig Wind abgeschossen werden, eigentlich schade, denn genau dann läuft mein Morrison 8 zu Höchstform auf. Abends haben sich dann einige 29’er Segler (-innen ) zur Wies’n ( Oktoberfest) aufgemacht. Am Sonntag drehte der Wind, so dass eine weitere Wettfahrt nicht mehr möglich war.

Im Endeffekt haben wir viel Spaß gehabt, und ich bin mit Arnim sicher nicht die letzte Regatta gesegelt. Bei der Siegerehrung gab es noch eine Überraschung für uns in Form eines riesigen Pokales. Wir sind insgesamt 7. von 8 Booten im Int.14 geworden. Früher wurde der Pokal an den besten Int.14 mit kleinem Rigg ( 700 cm statt neu 760 cm ) vergeben, aber da es mittlerweile keine Kleinrigg auf Regatten mehr gibt, habe ich diesen Pokal erhalten, da ich das älteste Skiff in der Regatta gesegelt bin ( Bj. 1997 ).

Felix durfte auf dem Startschiff mithelfen.

Gruß Jürgen